Drama über eine Frau, die inmitten der Coronapandemie den Tod ihrer Mutter verarbeiten muss.
Handlung und Hintergrund
Mit dem Tod ihrer Mutter verliert Lore (Magdalena Laubisch) abrupt jeden Halt. Während sie innerlich in eine Ausnahmesituation gerät, bricht zeitgleich die Corona-Pandemie über die rheinische Kleinstadt herein. Isolation, Kontaktbeschränkungen und soziale Kälte verschärfen Lores Trauer. Das vertraute Miteinander zerfällt, Empathie wird zur Mangelware. Lore beginnt, nicht nur um ihre Mutter zu trauern, sondern auch um den Verlust von Nähe und Gemeinschaft.
Getrieben vom Wunsch nach einem würdevollen Abschied archiviert Lore das Leben ihrer Mutter und stemmt sich gegen familiäre Erwartungen und gesellschaftliche Rituale. Die Auflösung der gemeinsamen Wohnung macht endgültig klar: Eine Rückkehr in die Kindheit ist unmöglich. In einem letzten Kraftakt organisiert Lore eine Verabschiedungsfeier – unter widrigsten Umständen und an einem ungewöhnlichen Ort. In diesen sechs Wochen lernt sie, ihre Trauer zuzulassen und zu akzeptieren, dass es keinen richtigen Weg des Abschiednehmens gibt.
„Sechswochenamt“ ist ein leises, präzise beobachtetes Drama über Trauer in Zeiten kollektiver Krise. Regisseurin und Autorin Jacqueline Jansen verknüpft in ihrem Spielfilmdebüt persönliche Verlustbewältigung mit der gesellschaftlichen Erfahrung der Pandemie. Der Film stellt Konventionen infrage und zeigt Trauer nicht als klaren Prozess, sondern als widersprüchlichen Zustand.
Im Zentrum steht Magdalena Laubisch („Tatort“), die Lore mit großer Zurückhaltung und emotionaler Tiefe verkörpert. Zum Ensemble gehören unter anderem Gerta Gormanns („SOKO Köln“), Lola Klamroth („Der Lehrer“), Olga Prokot („Babylon Berlin“), Suzanne Ziellenbach („Stromberg“), Marc Fischer („Tatort“) und Patrick Joswig („Unter uns“).
„Sechswochenamt“ startet am 18. Juni 2026 in den deutschen Kinos.