Bitterböse Satire über ein adeliges Ehepaar im 18. Jahrhundert, welches das Leid ihrer Bediensteten ignoriert.
Handlung und Hintergrund
England im 18. Jahrhundert. Während Seuchen grassieren und politische Unruhen das Land erschüttern, lebt das wohlhabende Ehepaar Savage abgeschottet von jeder Realität. Sir Chauncey Savage (Richard E. Grant) und Lady Savage (Claire Foy) genießen ihren gesellschaftlichen Aufstieg mit Perücke, Prunk und völliger Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid außerhalb ihrer Mauern. Was zunächst wie ein klassisches Kostümdrama wirkt, entpuppt sich schnell als bitterböse Abrechnung mit aristokratischer Selbstzufriedenheit.
Je weiter die Handlung voranschreitet, desto brutaler kollidiert die dekadente Welt der Savages mit der Realität. Krankheiten, Gewalt und politische Umwälzungen dringen unaufhaltsam in ihr Leben ein. Doch statt Einsicht folgt Verdrängung.
Mit „Savage House“ positioniert sich das britische Kino bewusst gegen die verklärte Adelsromantik erfolgreicher Serien wie „Bridgerton“ oder „Downton Abbey“. Der Film nutzt historische Kulissen, um eine scharfe Satire zu entfalten.
In den Hauptrollen treffen zwei herausragende Darsteller aufeinander. Richard E. Grant („Can You Ever Forgive Me?“) verleiht Sir Chauncey eine Mischung aus Überheblichkeit und innerer Leere. Claire Foy („The Crown“) spielt Lady Savage als präzise kalkulierende Figur, deren Fassade langsam Risse bekommt. Gemeinsam tragen sie den Film mit einem Zusammenspiel, das bewusst unangenehm wirkt – und genau deshalb überzeugt.
„Savage House“ startet am 18. Juni 2026 exklusiv in den deutschen Kinos. In den USA erhielt der Film bereits ein R-Rating. Für Deutschland ist daher mit einer Freigabe ab 16 oder 18 Jahren zu rechnen. Der Film richtet sich klar an ein erwachsenes Publikum, das historische Stoffe nicht als Eskapismus, sondern als kritischen Spiegel versteht.