Drama über einen introvertierten Teenager, der in der Pornoindustrie aufwächst.
Handlung und Hintergrund
Alec (Caolán O’Gorman) ist ein zurückhaltender Teenager, der seine Jugend in einer ungewöhnlichen Parallelwelt verbringt: Gemeinsam mit seinem Vater Dylan (Andrew Howard) produziert er von zu Hause aus Pornofilme. Alec übernimmt Schnitt und Technik, während Dylan vor der Kamera steht. Als die beiden aus finanzieller Not London verlassen und in eine ruhige Küstenstadt ziehen, wünscht sich Alec einen Neuanfang. Er will dazugehören – ohne sein familiäres Geheimnis preiszugeben.
In der Schule trifft Alec auf die selbstbewusste Nina (Safiya Benaddi). Was als gemeinsames Projekt beginnt, entwickelt sich zu einer vorsichtigen Annäherung. Nina eröffnet Alec einen neuen Blick auf Nähe, Vertrauen und Verletzlichkeit. Je tiefer ihre Verbindung wird, desto stärker gerät Alecs bisheriges Weltbild ins Wanken. Er muss lernen, dass echte Intimität nichts mit Inszenierung zu tun hat – und dass „wirklich nackt sein“ bedeutet, gesehen zu werden, ohne sich zu verstecken.
Regisseurin und Drehbuchautorin Muriel d’Ansembourg erzählt in ihrem Langfilmdebüt eine Coming-of-Age-Geschichte, die sich sensibel mit den Auswirkungen pornografischer Bilder auf junge Menschen auseinandersetzt. Statt Provokation setzt der Film auf leise Töne und emotionale Ehrlichkeit. Seine Premiere feierte „Truly Naked“ auf der 76. Berlinale in der Sektion Perspectives, die neue filmische Stimmen in den Fokus rückt.
In der Hauptrolle überzeugt Newcomer Caolán O’Gorman als stiller Beobachter seiner eigenen Lebensumstände. Safiya Benaddi verleiht Nina eine klare Haltung und Wärme. Andrew Howard („I Spit on Your Grave“) spielt Alecs Vater Dylan als ambivalente Figur zwischen Fürsorge und Verantwortungslosigkeit. Ergänzt wird das Ensemble durch Erotikdarstellerin Alessa Savage als Lizzies professionelle Partnerin vor der Kamera.
„Truly Naked“ startet am 11. Juni 2026 in den deutschen Kinos. Der Film erhielt die FSK-Freigabe ab 16 Jahren.