(Bildquelle: Maverick Film / Merki und Reinhart Film / BR / Filmwelt)
Deutsches Drama über ein pensioniertes Ehepaar, das den an Alzheimer erkrankten Ex-Mann der Ehefrau bei sich aufnimmt.
Handlung und Hintergrund
„Der verlorene Mann“ erzählt eine leise, aber tief berührende Geschichte über Liebe, Verantwortung und das fragile Gleichgewicht langjähriger Beziehungen. Die Künstlerin Hanne (Dagmar Manzel) lebt mit ihrem Ehemann Bernd (August Zirner), einem pensionierten Pfarrer, zurückgezogen in ländlicher Idylle. Die Ehe ist vertraut, ruhig – vielleicht ein wenig festgefahren. Dieses Gleichgewicht gerät abrupt ins Wanken, als plötzlich Hannes Ex-Mann Kurt (Harald Krassnitzer) vor der Tür steht. Aufgrund seiner Alzheimer-Erkrankung glaubt er, noch immer mit Hanne verheiratet zu sein, und hat die Scheidung vor zwanzig Jahren vollständig vergessen.
Aus Mitgefühl nehmen Hanne und Bernd Kurt vorübergehend bei sich auf. Was zunächst als pragmatische Lösung beginnt, entwickelt sich zu einem emotional aufgeladenen Dreiecksverhältnis. Alte Gefühle brechen auf, neue Nähe entsteht – und gleichzeitig wächst die Überforderung. Während sich Hanne zwischen Fürsorge und Loyalität zerreibt, fühlt sich Bernd zunehmend an den Rand gedrängt. Je weiter Kurts Krankheit fortschreitet, desto deutlicher wird: Diese ungewöhnliche Konstellation fordert von allen Beteiligten Entscheidungen, die ihr Leben dauerhaft verändern könnten.
Mit „Der verlorene Mann“ legt Regisseur Welf Reinhart sein Spielfilmdebüt vor. Gemeinsam mit Co-Autorin Tünde Sautier entwickelte er den Stoff aus intensiver Recherche heraus. Reinhart ließ sich zum Demenzbegleiter ausbilden und arbeitete eng mit der Deutschen Alzheimer Gesellschaft zusammen. Der Film verzichtet bewusst auf melodramatische Zuspitzung. Stattdessen rückt er die zwischenmenschlichen Folgen der Krankheit in den Mittelpunkt und verbindet Ernsthaftigkeit mit feinem, unaufdringlichem Humor. Die Weltpremiere feierte der Film im Wettbewerb des International Film Festival Rotterdam 2026.
Die Besetzung vereint drei herausragende Charakterdarsteller. Dagmar Manzel („Tatort“) verleiht Hanne große emotionale Tiefe zwischen Stärke und Verletzlichkeit. Harald Krassnitzer („Der Bergdoktor“) überzeugt als an Alzheimer erkrankter Kurt mit Zurückhaltung und Würde. August Zirner („Die Fälscher“) spielt Bernd als moralisch reflektierten, innerlich zerrissenen Gegenpol.
Der Kinostart von „Der verlorene Mann“ ist für den 7. Mai 2026 angesetzt.