Adaption des gleichnamigen Broadway-Musicals über einen argentinischen Inhaftierten, der während seiner Gefängniszeit über Filme fantasiert.
Handlung und Hintergrund
Argentinien Anfang der 1980er-Jahre: Während der Militärdiktatur sitzt der homosexuelle Friseur Luis (Tonatiuh) wegen angeblicher Vergehen im Gefängnis. Um der brutalen Realität zu entkommen, flüchtet er sich in Fantasien über seine Lieblingsfilme. Besonders verehrt er die Leinwanddiva Ingrid Luna (Jennifer Lopez), die in einem ihrer bekanntesten Filme die mysteriöse Spider Woman verkörpert – eine Frau, deren Kuss tödlich ist.
Als der marxistische Widerstandskämpfer Valentin (Diego Luna) in Luis’ Zelle verlegt wird, prallen zwei Welten aufeinander. Zwischen Misstrauen, politischen Diskussionen und wachsender Nähe entsteht eine ungewöhnliche Freundschaft. Getragen von Musik und Kino finden beide einen Weg, Menschlichkeit zu bewahren. Die Grenzen zwischen Realität und Filmfantasie verschwimmen zunehmend – und offenbaren, wie eng Hoffnung, Liebe und Überleben miteinander verbunden sind.
„Kiss of the Spider Woman“ – Hintergründe, Besetzung, Kinostart
„Kiss of the Spider Woman“ basiert auf dem gleichnamigen Roman von Manuel Puig aus dem Jahr 1976 und adaptiert die preisgekrönte Broadway-Version von Terrence McNally sowie John Kander und Fred Ebb. Regisseur Bill Condon setzt bewusst auf Kontraste: Die Gefängnisszenen bleiben nüchtern und hart, während die Musicalnummern als schillernde Fantasien im Stil klassischer MGM-Musicals inszeniert sind. Diese klare Trennung verleiht dem Film emotionale Wucht und macht ihn zugänglicher als die Bühnenfassung.
Jennifer Lopez („Hustlers“) überzeugt in einer Doppelrolle als Schauspielerin Ingrid Luna und als verführerische Spider Woman. Tonatiuh („Carry-On“) gilt als große Entdeckung des Films und verleiht Luis Tiefe und Verletzlichkeit. Diego Luna („Rogue One: A Star Wars Story“) bringt politische Schärfe und emotionale Erdung in die Figur des Valentin.
„Kiss of the Spider Woman“ startet am 16. April 2026 in den deutschen Kinos. Der Film erhielt die Altersfreigabe FSK 12.